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Morphodynamische Bilder sind gleichermaßen Erfindungen und Entdeckungen. Entscheidend wichtig ist, in jeder Phase des
Malvorgangs das Verhalten der Farbe als solches zu erkennen und es kritisch zu nutzen. Die verschiedenartigen Einwirkungen auf die Farbmasse sollen nur Vorschläge sein, keine starren Reglementierungen. Im Gegenzug
antwortet die Farbe mit einer Art "Echo" oder mit unerwarteten eigenen Offerten. Diese gilt es zu prüfen, zu akzeptieren, zu forcieren, abzuschwächen oder zu verwerfen.
Solche Arbeiten beziehen ihre
völlig neuartige Lebendigkeit auch aus der Zurücknahme des Willens zugunsten autodynamischer Prozesse bis hin zu tagträumerischem Schaffen, vergleichbar dem instinktgesteuerten Verhalten von Tieren beim Bau ihrer
kunstvollen Waben, Netze, Nester und Höhlen.
Formen und Farben erscheinen dank verschiedenartiger Subtraktionsverfahren auf dem meist dunklen Grund der zuvor hellen Malfläche als magisches Licht. Es herrscht
äußerste Lebendigkeit, jedoch verhaltene Lautstärke. Meine Bilder sind nicht plakativ. Selbst ein dominierendes Rot wirkt hier feierlich-freudig, keinesfalls schrill. Meine Form- und Farbdichtungen
sind von einer ungewöhnlich prallen Fülle (Dichte): "Felicitas et iucunditas plenitatis"- kein "Horror vacui". Jenseits der Bilderrahmen herrscht genug Leere... Ich brauche sie nicht als Kontrastmittel.
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